Wahler-Informationen 1/2013
Was wird aus meiner Lebensversicherung?
Bis vor kurzem war sie noch der Deutschen liebstes privates Altersvorsorgeprodukt: die Lebensversicherung. Fast 94 Millionen solcher Policen gibt es in Deutschland – mehr als Bürger. Im Jahr 2011 überwiesen die Deutschen ihren Assekuranzen dafür Beiträge von über 83 Milliarden Euro.
Doch langsam mehren sich die Zweifel, ob das Geld dort wirklich gut aufgehoben ist: Weil die Zinsen auf einem historischen Tief verharren, wirft auch die Lebens-versicherung kaum noch Rendite ab.
Muss man sich daher um seine bestehende Lebensversicherung Sorgen machen? Was wird aus den früher abgegebenen Zinsversprechen?
Dazu muss man folgendes wissen:
1. Was verzinst eine Lebensversicherung?
Bei einer Kapital-Lebensversicherung zahlt der Versicherungsnehmer über viele Jahre Beiträge ein. Von diesen Beiträgen zieht der Versicherer die Kosten für Verwaltung und den Todesfallschutz ab, der greift, wenn der Versicherte vor Vertragsablauf stirbt. Nur den verbleibenden Betrag legen die Unternehmen an – etwa in Staatsanleihen oder Immobilien.
Für diesen Betrag – den so genannten Sparanteil – wird bei Vertragsabschluss ein Garantiezins festgeschrieben. Er lag in den 90er-Jahren einmal bei vier Prozent, im Moment erlaubt das Bundesfinanzministerium für Neuverträge gerade einmal
1,75 Prozent. Die Marke gilt gleichzeitig als Höchstzins, der verhindern soll, dass die Versicherer in einen Wettstreit um die besten Konditionen treten und sich damit am Ende selbst überfordern.
Zusätzlich zum fix vorgegebenen Garantiezins gibt es eine sogenannte Überschussbeteiligung. Damit wird, wie der Name schon sagt, der Versicherte an dem Überschuss beteiligt, den die Versicherung während der Laufzeit erwirtschaftet.
Vor Jahren, als die Geldanlagen der Versicherer den Garantiezins weit überstiegen, konnte man nach einer Laufzeit von etwa 20 Jahren mit einer Verdoppelung der
abgeschlossenen Versicherungssumme bei Vertragsablauf rechnen.
Durch die anhaltende Niedrigzinsphase, werden die Ablaufleistungen der Versicherer
deutlich niedriger ausfallen.
Die Höhe dieser Überschussbeteiligung legen die einzelnen Versicherer jedes Jahr nach eigenem Ermessen fest – und haben ihn für das vergangene Jahr im großen Stil heruntergefahren.
2. Warum wird die Verzinsung zum Problem?
Die Mindestzinsen, die sie ihren Kunden beim Vertragsabschluss garantieren, müssen die Versicherer mit ihren Kapitalanlagen selbst erst einmal erwirtschaften – und zwar über die komplette Laufzeit. Das war früher auch kein Problem – bis die Zentralbanken anfingen, mit immer niedrigeren Leitzinsen gegen die Schuldenkrise anzukämpfen.
Die Versicherer bekommen die Folgen dieser Niedrigzinspolitik nun ebenso zu spüren wie jeder normale Sparer. Es wird für sie also immer schwieriger die von
ihren Kunden erhaltenen Beiträge langfristig anzulegen. Doch neue Anlagen werfen kaum noch Rendite ab und decken teilweise noch nicht einmal mehr die Inflationsrate – während die langfristigen Zahlungsverpflichtungen an die Kunden die gleichen bleiben. Lange haben die Versicherer sich aus ihren Rücklagen bedient, um die Verzinsung trotzdem hoch zu halten. Je länger sie aber auslaufende alte Kapitalanlagen in viel niedriger verzinste neue tauschen müssen, desto dünner werden die Puffer. Einen echten Ausweg aus diesem Dilemma gibt es nicht, denn die Versicherer sind von der Aufsicht gehalten, ihr Geld vorrangig in besonders sichere Anlagen zu investieren.
3. Kann ich daher mit meiner Lebensversicherung Geld verlieren?
Nein, ein Kapitalverlust ist ausgeschlossen. Die nominale Versicherungssumme, zu deren Zahlung sich die Versicherung beim Abschluss des Vertrags verpflichtet hat, bekommt der Versicherungsnehmer auch ausgezahlt – wobei die Inflation natürlich dazu führen kann, dass der Betrag am Ende der Laufzeit real weniger wert ist.
Die beschriebene Niedrigzinsproblematik sorgt aber dafür, dass es über die Laufzeit im Zweifel eben auch keine nennenswerte Rendite in der Zukunft mehr gibt. Wie hoch die tatsächlich ist, erfährt der Versicherte aber erst am Ende der Laufzeit seiner Police.
4. Kann meine Versicherung den Garantiezins einfach streichen?
Nein. Die Versicherungen haben keinerlei rechtliche Möglichkeit, den Garantiezins einfach zu streichen. Dies wäre nur durch eine Änderung kraft Gesetzes möglich,
was derzeit nicht oder noch nicht zu erwarten ist.
5. Soll ich daher jetzt meinen Vertrag kündigen?
Vorzeitig aus dem Vertrag auszusteigen, ist fast nie ratsam – schon gar nicht für Versicherungsnehmer, die noch einen Altvertrag mit drei oder vier Prozent Garantieverzinsung haben. Eine ähnlich rentable Geldanlage werden sie bei vergleichbarer Sicherheit derzeit nirgends finden.
Außerdem ist die Kündigung meist ein Verlustgeschäft. Wer seinen Vertrag vorzeitig auflöst, muss mit Stornogebühren von fünf bis zehn Prozent rechnen, außerdem werden Verwaltungskosten vom Rückzahlungsbetrag abgezogen. Ein nicht unerheblicher Teil der eingezahlten Beiträge ist damit verloren, im schlimmsten Fall gibt es nur einen Bruchteil zurück.
Sollten Sie daher von Ihrem Versicherer aufgefordert werden, Ihre aktuelle Lebensversicherung zu kündigen und dafür ein anderes Produkt abzuschließen, ist höchste Vorsicht geboten. Wir können Sie bei einer solchen Aufforderung nur warnen. Lassen Sie sich von uns beraten, damit Sie nicht ohne Not Geld verlieren.

Nicht jede Transportversicherung ist für jedes Unternehmen gleichermaßen geeignet. Wir haben uns auf Firmenversicherungen spezialisiert und sind als unabhängiger Versicherungsmakler nicht an Versicherungsgesellschaften gebunden. Unser Firmensitz ist in Mannheim. Wir beraten Kunden aus Industrie, Handwerk und Gewerbe deutschlandweit und auch international. 